In Ludwigshafen am Rhein begegnen wir immer wieder dem gleichen Bild: oberflächlich tragfähige Sande, darunter in wenigen Metern Tiefe weiche, setzungsempfindliche Schluffe und Tone der Rheinniederung. Der Triaxialversuch ist dann das entscheidende Werkzeug, um das Spannungs-Dehnungs-Verhalten dieser heterogenen Schichten wirklich zu verstehen. Während ein einfacher Rahmenscherversuch die Verhältnisse nur unvollständig abbildet, liefert der Triaxialversuch unter kontrollierten Drainagebedingungen die effektiven Scherparameter φ' und c', die für jede numerische Modellierung einer tiefen Baugrube oder eines Hochhausfundaments nahe der BASF-Werke benötigt werden. In Kombination mit Bohrprofilen aus der SPT-Bohrung entsteht so ein belastbares geotechnisches Modell, das den besonderen Porenwasserdruckverhältnissen am Rheinufer gerecht wird.
Ohne den Porenwasserdruck zu messen, tappt man im Rheinschluff im Dunkeln – der Triaxialversuch macht ihn sichtbar und berechenbar.
Häufige Fragen
Welcher Triaxialversuch ist bei gering durchlässigen Böden in Ludwigshafen zu empfehlen?
Bei Schluffen und Tonen mit kf-Werten unter 1·10⁻⁷ m/s, wie sie im Auelehm des Rheingrabens typisch sind, ist der CU-Versuch mit Porenwasserdruckmessung die einzig aussagekräftige Wahl. Der UU-Versuch liefert dort nur die totale, nicht die effektive Scherfestigkeit – für Langzeitbetrachtungen unbrauchbar.
Wie viele Proben werden für einen belastbaren Triaxialversuch benötigt?
Für eine Mohr-Coulomb-Hüllkurve sind mindestens drei Einzelproben aus demselben Horizont erforderlich, die unter unterschiedlichen Seitendrücken abgeschert werden. Wir entnehmen die Proben direkt aus den SPT-Sondierkernen, um eine eindeutige Zuordnung zur Schichtenfolge zu gewährleisten.
Mit welchen Kosten muss ich für einen Triaxialversuch rechnen?
Ein kompletter Satz von drei CU-Versuchen mit Porenwasserdruckmessung liegt im Raum Ludwigshafen typischerweise zwischen 1.820 und 2.550 Euro, abhängig von Probenanzahl und erforderlicher Sättigungszeit. Der Preis beinhaltet Probenvorbereitung, Versuchsdurchführung und den normkonformen Bericht.
Kann der Triaxialversuch auch für rollige Böden wie Rheinsand eingesetzt werden?
Ja, der CD-Versuch ist speziell für durchlässige Sande und Kiese geeignet. Die Probe wird dabei langsam genug abgeschert, dass kein Porenwasserüberdruck entsteht – ideal für die dicht gelagerten Niederterrassensande, die in den westlichen Stadtteilen Ludwigshafens anstehen.
Wie unterscheidet sich der Triaxialversuch von einem einfachen Rahmenscherversuch?
Der Rahmenscherversuch erzwingt eine horizontale Bruchfuge, was besonders bei geschichteten Böden zu unrealistischen Ergebnissen führt. Der Triaxialversuch lässt die Bruchfuge frei entstehen und erfasst das tatsächliche Spannungs-Dehnungs-Verhalten – inklusive Porenwasserdruckentwicklung. Für Baugruben unterhalb des Grundwasserspiegels ist er deshalb unverzichtbar.